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Jörg Richter behauptet, daß das derzeitige Benutzer-Modell (Programme, Dateien, Verzeichnisse, ...) nicht geeignet ist, um den Computer tatsächlich als Informations- und Wissensmedium einer Großzahl von Menschen zugänglich zu machen. Das geltende Benutzerschnittstellen-Paradigma "WIMP" (Windows, Icons, Menus, Pointing Device) basiert auf Forschungen der 70er Jahre (Xerox PARC), und wurde seitdem nicht wesentlich verändert. Z.T. hat sich die Benutzerschnittstelle sogar "zurückentwickelt", da ursprüngliche PARC-Konzepte, von Firmen, die kommerziell erfolgreicher waren (Apple, Microsoft) mißverstanden oder umgedeutet wurden.
Der Marktdruck hat heute eine zerklüftete Softwarelandschaft redundanter Applikationen geschaffen, die die Arbeitswelt des Benutzers in kleine Stücke zerhackt. Anstatt sich voll auf die eigentliche Aufgabe konzentrieren zu können, muß der Benutzer sein Kurzzeitgedächntis ständig mit dem Umschalten zwischen Applikationen, dem Verschieben von Fenstern und dem Suchen nach Dateien belasten. In der Forschung wird längst an neuen Interface-Ideen gearbeitet, die die Potentiale des Computers als Werkzeug des Geistes besser ausschöpfen. Es wird 20 Jahre oder länger dauern, bis einige dieser Ideen den Mainstream erreichen. Daß die Bedienung von Computern schon heute ganz anders aussehen kann, zeigt der "Semantische Desktop" des DeepaMehta-Projekts.
Das Projekt DeepaMehta wurde Anfang 2000 von Matthias Staps und Jörg Richter gegründet. Das Besondere an DeepaMehta ist die gehirntaugliche Benutzerschnittstelle, die vollständig auf Mind Maps / Concept Maps basiert. Semantische Beziehungen zwischen Themen werden direkt dargestellt. Es gibt keine (sichtbaren) Programme, keine Dateien, keine Fenster, kein Speichern. Stattdessen erzeugen Individuen und Arbeitsgruppen ihre Begriffe, Sichtweisen und Arbeitsabläufe selbst. DeepaMehta ist seit 1 Jahr im Beta-Stadium und wird in Forschungs- und Community-Projekten erprobt und weiterentwickelt. DeepaMehta ist Open Source und steht unter der GPL Lizenz.
Jörg Richter ist freier Softwareentwickler und Privatdozent. Er beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit Computern und hat an der TU Berlin Informatik und Linguistik studiert. Forschungen der letzten Jahre liegen in den Bereichen Human-Computer Interaction (HCI), Knowledge Management, Application Frameworks und Computer History.
Providing the background
Main Talk
- Proposal of a framework for user interface evaluation
- Cognitive shortcomings of the current PC user model
- The DeepaMehta software architecture
Der erste Teil gibt Einblicke in die HCI-Forschung, gemischt mit historischem Video-Material und Spielfilmausschnitten. Im zweiten Teil wird das DeepaMehta-Projekt "live" demonstriert und diskutiert. Dauer: 90 Minuten. Eine 30-minütige Kurzfassung ist ebenfalls möglich.
Ziel des Vortrags ist das Setzen von Zukunftsimpulsen.
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